🔥 Worum geht’s?
- Zwei verschiedene Arten, an Aufgaben heranzugehen – nicht besser oder schlechter, sondern strukturiert vs. intuitiv
- Die Passung macht den Unterschied – ein Profi-Ansatz funktioniert nur mit Menschen, die ähnlich ticken, genauso wie Amateur-Ansätze
- Gegenentwurf zur “One-Size-Fits-All”-Mentalität – während viele versuchen, alle Kunden gleich zu behandeln, zeigt dieses Konzept die Wichtigkeit der Arbeitstyp-Kompatibilität
Das Konzept stammt von Seth Godin und beschreibt fundamentale Unterschiede in der Arbeitsweise, die sowohl bei Anbietern als auch bei Kunden zu finden sind.
🎯 Das Konzept
Stell dir vor, zwei Menschen bauen eine Gartenlaube. Der eine vermisst alles dreimal, plant jeden Schnitt, arbeitet Schritt für Schritt nach Anleitung. Der andere schaut sich das Material an, fängt einfach an und improvisiert. Beide können eine perfekte Laube bauen – aber sie würden sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben, wenn sie zusammenarbeiten müssten.
Die drei Dimensionen der Arbeitstypen:
- Strukturierter vs. intuitiver Ansatz: Ein Profi entscheidet – auch auf die Gefahr hin, dass er sich irrt, weil er weiß, dass jede Entscheidung besser ist als keine. Ein Amateur zögert und zaudert und wartet auf Eingebung oder bessere Zeiten. Ein Profi macht eines nach dem anderen (“No hurry, no pause”), ein Amateur will alles auf einmal und bringt dadurch oft gar nichts zuwege. Beides kann funktionieren – in den passenden Kontexten.
- Fokus vs. Flexibilität: Ein Profi ist da, wo er ist, voll und ganz – egal ob Beruf oder Familie. Ein Amateur ist in der Arbeit gedanklich bei der Familie und umgekehrt. Ein Profi erledigt unangenehme Aufgaben zum ehestmöglichen Zeitpunkt, ein Amateur verschiebt und verschiebt. Die Profi-Herangehensweise bringt Klarheit, die Amateur-Herangehensweise bringt Spontaneität.
- Gewohnheiten und Mindset: “Amateure haben Amateur-Gewohnheiten, Profis haben Profi-Gewohnheiten.” Ein Profi fragt sich nicht, ob er sich heute gut genug fühlt für eine Aufgabe – er macht sie einfach. Ein Amateur macht es von der Stimmung abhängig. Ein Profi holt sich Hilfe von Experten, ein Amateur glaubt, alles selber am besten zu wissen. “Always do your best” vs. “Schau ma mal…”
Der Schlüssel: Es ist keine Wertung, sondern eine Typisierung. Die Frage ist nicht “Was ist besser?”, sondern “Was passt zu mir und zu meinen Kunden?”
📌 Wie das Konzept in deinem Business nützlich sein kann
📌 Kundenkompatibilität erkennen: Wenn du selbst strukturiert arbeitest (Profi-Typ), werden dich Kunden frustrieren, die “mal schauen, wie es sich entwickelt” sagen. Wenn du flexibel und intuitiv arbeitest (Amateur-Typ), werden dich Kunden stressen, die detaillierte Projektpläne und feste Deadlines wollen. Ein Berater, der Profi-Gewohnheiten hat, sollte mit Unternehmen arbeiten, die ähnlich ticken.
📌 Arbeitsweise kommunizieren: Sei ehrlich über deinen Arbeitstyp. Ein Amateur-Typ Webdesigner kann sagen: “Wir entwickeln das gemeinsam im Prozess, lassen uns überraschen, was entsteht.” Ein Profi-Typ sagt: “Sie bekommen einen detaillierten Projektplan mit festen Meilensteinen.” Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und ihre Zielgruppen.
📌 Prozesse entsprechend gestalten: Profi-Typen brauchen Systeme, Checklisten, feste Abläufe. Amateur-Typen brauchen Raum für Spontaneität und Kreativität. Ein Coach, der Profi-Typ ist, wird strukturierte Programme mit festen Modulen entwickeln. Ein Amateur-Typ wird jeden Klienten individuell begleiten und schauen, was sich ergibt.
📌 Team-Zusammenstellung: “They call it work because it’s not a hobby” – wenn du Mitarbeiter oder Partner suchst, achte auf die Kompatibilität der Arbeitstypen. Ein Profi-Chef mit Amateur-Mitarbeitern (oder umgekehrt) führt zu Dauerkonflikten. Mischungen können funktionieren, brauchen aber bewusste Kommunikation über die unterschiedlichen Ansätze.
📌 Selbstreflexion und Entwicklung: Du kannst zwischen den Modi wechseln, je nach Situation. “Ein Profi nutzt sein Smartphone als Werkzeug und legt es weg, wenn es ihm nicht dient.” Manchmal brauchst du Amateur-Flexibilität für Kreativität, manchmal Profi-Struktur für Umsetzung. Die Kunst liegt darin zu wissen, wann welcher Modus angebracht ist.
🔎 Strategische Fragen zum Weiterdenken
🔎 Arbeitstyp-Analyse: Bist du eher Profi oder Amateur in deiner Arbeitsweise? Fragst du dich morgens, ob du dich gut genug fühlst für bestimmte Aufgaben, oder machst du sie einfach? Machst du eines nach dem anderen oder willst du alles gleichzeitig? Diese Selbstanalyse hilft dir zu verstehen, mit welchen Kunden du harmonierst.
🔎 Kunden-Matching überprüfen: Schau dir deine schwierigsten Kunden an: Sind das vielleicht Menschen mit einem anderen Arbeitstyp als du? Ein strukturierter Profi, der mit chaotischen Kreativen arbeitet, oder ein flexibler Amateur, der mit peniblen Perfektionisten zu tun hat? Manchmal liegt das Problem nicht am Angebot, sondern an der Typ-Inkompatibilität.
🔎 Bewusste Typ-Entscheidung: In welchen Bereichen willst du Profi-Standards entwickeln, in welchen Amateur-Flexibilität behalten? “Für viele ist Technik ein Dorn im Auge. Für mich ist das so, wie wenn ein Chefkoch seine Küche nicht im Griff hat” – wo brauchst du professionelle Kompetenz, wo darfst du experimentell bleiben?
→ Weiterführende Links
- 🔗 Seth Godin: Are you selling to a professional or an amateur? (Blog-Post)
- 🔗 Seth Godin: True professionals don’t fear amateurs (Blog-Post)



