🔥 Worum geht’s?
- Du wirst sowieso eingeordnet – Menschen kategorisieren automatisch, um sich zu orientieren und Entscheidungen zu treffen
- Das Schlimmste ist nicht falsch, sondern gar nicht eingeordnet zu werden – wer durch den Rost fällt, wird vergessen
- Gegenentwurf zum “Ich bin einzigartig” – während viele versuchen, völlig anders zu sein, nutzt dieses Konzept bewusst vertraute Kategorien als Ausgangspunkt
Das Konzept basiert auf Seth Godins “Pick your bucket” und der psychologischen Erkenntnis, dass Menschen Ordnungssysteme brauchen, um die Welt zu verstehen.
🎯 Das Konzept
tell dir vor, du gehst in eine Buchhandlung. Ohne die Abteilungen “Krimi”, “Romance”, “Sachbuch” wärst du völlig verloren. Genauso geht es deinen Kunden mit deinem Business – sie müssen dich irgendwo einordnen können, sonst finden sie dich nicht.
Die drei Ebenen der Einordnung:
- Automatische Kategorisierung: Unser Gehirn ist ein Kategorisierungs-Apparat. Sobald wir jemandem begegnen, versuchen wir ihn einzuordnen: “Das ist wie… kennst du von… macht das gleiche wie…” Diese mentalen Schubladen helfen uns, mit der Komplexität der Welt umzugehen. Ein Webdesigner wird automatisch mit anderen Webdesignern verglichen, ein Coach mit anderen Coaches. Du kannst diesen Prozess nicht verhindern – aber du kannst ihn beeinflussen.
- Strategische Positionierung: Die clevere Strategie ist: “Das ist wie McDonald’s – nur viel gesünder.” Du wählst bewusst eine bekannte Kategorie und zeigst dann, wie du dich davon unterscheidest. Damit hilfst du deinen Kunden bei der Einordnung und sparst ihnen mentale Energie. Ein Online-Kurs-Anbieter sagt nicht “Ich mache revolutionäres Lernen”, sondern “Das ist wie eine Universität – nur praxisnäher und flexibler.”
- Genre-Regeln verstehen: Jede Kategorie hat Spielregeln – Erwartungen, Preisvorstellungen, Kommunikationsarten. Es ist klug, diese Regeln zu kennen und zu befolgen, nur an gezielten Stellen bewusst davon abzuweichen. Ein Steuerberater in Jeans und T-Shirt kann funktionieren, aber er muss wissen, dass er damit gegen die Genre-Erwartung verstößt und das kompensieren.
Der Kern: Kategorisierung ist nicht dein Feind, sondern dein Freund. In dem Moment, wo eine Kategorie eröffnet wird, finden Zuordnungen und Ausschlüsse statt. Mit einer Zuordnung werden immer auch Möglichkeiten und Ressourcen eröffnet bzw. verwehrt. Du willst in dem Ladl sein, das dir die richtigen Türen öffnet.
📌 Wie das Konzept in deinem Business nützlich sein kann
📌 Bewusste Kategorie-Wahl: Analysiere, in welches Ladl dich deine Kunden aktuell einordnen, und entscheide bewusst, ob das passt. Ein Business-Coach, der ständig als “Lebensberater” wahrgenommen wird, hat ein Positionierungsproblem. Er muss aktiv zeigen: “Das ist wie McKinsey-Beratung – nur für kleinere Unternehmen und erschwinglicher.” So lenkt er die Kategorisierung in die gewünschte Richtung.
📌 Genre-Erwartungen erfüllen und durchbrechen: Lerne die Spielregeln deiner Kategorie und entscheide bewusst, wo du sie befolgst und wo du sie brichst. Ein Rechtsanwalt, der über TikTok kommuniziert, bricht Genre-Regeln – aber nur erfolgreich, wenn er fachlich alle Erwartungen an einen Anwalt erfüllt. Die Überraschung funktioniert nur auf dem Fundament der Kompetenz.
📌 Vergleichs-Rahmen setzen: Gib deinen Kunden den Vergleichsrahmen vor, statt sie raten zu lassen. “Das Business-Labor ist wie ein BWL-Kurs – nur viel leiwander, schneller und moderner.” Damit definierst du das Ladl und zeigst gleichzeitig deine Besonderheit. Ein Fotograf sagt: “Ich bin wie ein Hochzeitsfotograf – nur für Unternehmen.”
📌 Buchhandlungs-Test anwenden: Frage dich: In welcher Abteilung der Buchhandlung willst du gefunden werden? Diese Metapher hilft bei der strategischen Positionierung. Ein Ernährungsberater kann sich zwischen “Gesundheit”, “Diät” oder “Lifestyle” entscheiden – jede Abteilung bringt andere Kunden mit anderen Erwartungen.
📌 Ladl-Wechsel strategisch planen: Manchmal musst du das Ladl wechseln, um zu wachsen. Ein Grafiker will vom “günstigen Freelancer”-Ladl ins “strategische Design-Partner”-Ladl. Das geht nicht über Nacht, sondern braucht bewusste Schritte: andere Projekte, andere Preise, andere Kommunikation. Du musst das neue Ladl erst verdienen, bevor du dich darin positionieren kannst.
🔎 Strategische Fragen zum Weiterdenken
🔎 Aktuelle Einordnung analysieren: In welches Ladl ordnen dich deine Kunden aktuell ein? Wer ist sonst noch in diesem Ladl? Passt das zu dem, was du erreichen willst, oder läufst du Gefahr, “durch den Rost zu fallen”, weil du nirgendwo richtig hinpasst? Manchmal ist die Lösung nicht, einzigartiger zu werden, sondern sich klarer zu einer Kategorie zu bekennen.
🔎 Genre-Regeln bewusst machen: Welche unausgesprochenen Regeln gelten in deiner Kategorie? Wie kommunizieren andere in deinem Ladl? Welche Preise sind üblich? Welche Erwartungen haben Kunden? Und wo willst du bewusst von diesen Regeln abweichen, um dich zu differenzieren – ohne die Kategorie ganz zu verlassen?
🔎 Ziel-Ladl definieren: Wo willst du in 2-3 Jahren eingeordnet werden? Welche Schritte brauchst du, um vom aktuellen ins gewünschte Ladl zu wechseln? Bedenke: “Die Unterschiede innerhalb einer Gruppe können größer sein als die Unterschiede zwischen den Gruppen.” Es geht nicht nur um die Kategorie, sondern um deine Position innerhalb der Kategorie.
→ Weiterführende Links
- 📙 Seth Godin: This is Marketing
- 🎙 Seth Godin über “Pick your bucket” und Genre-Erwartungen
- 📙 Al Ries & Jack Trout: Positioning



