Kostenrechnung für Solopreneure

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🔥 Worum geht’s?

  • Preisfindung auf solider Basis: Nur wer seine echten Kosten kennt, kann vernünftige Preise kalkulieren
  • Fixkosten-Kontrolle statt Chaos: Regelmäßige Aufräumaktionen verhindern, dass sich unnötige Kosten ansammeln wie Unkraut
  • Variable vs. fixe Kosten verstehen: Der Unterschied bestimmt, wo du sparen kannst und wo nicht

🎯 Das Konzept

Kostenrechnung für Solopreneure ist wie das Kalibrieren einer Waage vor dem Wiegen – ohne zu wissen, was deine Leistung wirklich kostet, tappst du bei der Preisgestaltung im Dunkeln. Es geht nicht um komplizierte Buchhaltung, sondern um die wenigen Zahlen, die für deine Entscheidungen wirklich wichtig sind.

Die zwei Arten von Kosten in deinem Business:

  • Variable Kosten: Fallen nur an, wenn du arbeitest. Flipchart-Stifte für Workshops, Fahrtkosten zu Kunden, Materialien für Projekte. Kein Auftrag = keine variablen Kosten. Diese lassen sich meist direkt dem Kunden weiterverrechnen.
  • Fixkosten: Fallen an, egal ob du arbeitest oder nicht. Miete, Software-Abos, Versicherungen, Handy-Vertrag. Diese Kosten sind dein “Rucksack”, den du immer trägst – auch im Urlaub oder bei Auftragsflauten.

Der Stundensatz als Kernwerkzeug: Um vernünftige Preise kalkulieren zu können, brauchst du deinen echten Stundensatz. Der errechnet sich nicht aus “was möchte ich verdienen”, sondern aus “was kostet mich eine Arbeitsstunde wirklich” plus angemessener Gewinnaufschlag.

Ein Workshop dauert 3 Stunden, braucht aber 10 Stunden Vor- und Nachbereitung? Dann musst du 13 Stunden kalkulieren, nicht 3. Sonst subventionierst du deine Kunden mit deiner eigenen Zeit.

Fixkosten-Review als Unkraut-Jäten: Zweimal jährlich alle Fixkosten durchgehen und kategorisieren:

  • Muss: Solange ich lebe/arbeite, brauche ich das
  • Eher ja: Leiste ich mir, solange es geht
  • Eher nein: Könnte weg, wenn es eng wird
  • Weg: Brauche ich definitiv nicht mehr

Das Ziel: Sparsamkeit bei allem, was keinen Unterschied für deine Kunden macht, aber kluge Investitionen bei allem, was dein Business voranbringt.

📌 Wie das Konzept in deinem Business nützlich sein kann

📌 Realistische Preiskalkulation: Mit deinem echten Stundensatz kannst du jeden Auftrag vorab kalkulieren. Du weißt, ob sich ein Projekt überhaupt lohnt, bevor du zusagst. Statt zu raten “das wird schon passen” rechnest du konkret durch: 15 Stunden Aufwand × 80 Euro Stundensatz = mindestens 1.200 Euro Projektpreis.

📌 Kostenkontrolle ohne Geiz: Die Fixkosten-Review zeigt dir, wo du wirklich sparen kannst, ohne dein Business zu schädigen. Du kürzt nicht blind alle Ausgaben, sondern trennst zwischen sinnlosen Geldlöchern und wichtigen Investitionen.

📌 Tool-Chaos vermeiden: Besonders bei Software und digitalen Tools sammeln sich schnell 3.000+ Euro jährliche Kosten an. 10 Euro monatlich fallen nicht auf, aber 10 Tools à 10 Euro sind 1.200 Euro pro Jahr. Die Kostenrechnung macht diese versteckten Summen sichtbar.

📌 Auftrags-Ablehnung begründen: Wenn du weißt, dass dich eine Stunde 60 Euro kostet, kannst du selbstbewusst Aufträge ablehnen, die weniger bringen. Du argumentierst nicht emotional (“zu wenig Geld”), sondern faktisch (“deckt nicht mal meine Kosten”).

📌 Investitionsentscheidungen treffen: Kostenrechnung hilft dir zu unterscheiden zwischen “indifferent overhead” (macht für Kunden keinen Unterschied) und sinnvollen Investitionen. Das teure Büro ist oft indifferent overhead, das bessere CRM-System eine sinnvolle Investition.

🔎 Strategische Fragen zum Weiterdenken

🔎 Dein echter Stundensatz: Wenn du alle deine Fixkosten, alle unbezahlten Stunden (Administration, Akquise, Weiterbildung) und ein angemessenes Unternehmereinkommen zusammenrechnest – wie hoch müsste dein Stundensatz sein? Liegt er über oder unter deinen aktuellen Preisen?

🔎 Versteckte Zeitfresser identifizieren: Welche deiner Leistungen brauchen deutlich mehr Vor- und Nacharbeit, als du bisher kalkuliert hast? Wo subventionierst du unbewusst deine Kunden, weil du den echten Zeitaufwand nicht einpreist?

🔎 Fixkosten-Ballast erkennen: Welche deiner monatlichen/jährlichen Ausgaben bringen dir keinen messbaren Nutzen mehr? Was zahlst du aus Gewohnheit, obwohl du es längst nicht mehr brauchst? Wie viel könntest du einsparen, ohne dass deine Kunden einen Unterschied merken?

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Günter Schmatzberger
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