Der Podcast
Was ist eigentlich eine leiwande Gründung? Das Erfolgsrezept für entspanntes Unternehmertum
“Was muss eigentlich sein, damit das Gründen leiwand ist?” Diese Frage begegnet mir in der Gründungsberatung immer wieder – manchmal direkt gestellt, manchmal zwischen den Zeilen. Und sie ist berechtigt: Was unterscheidet eigentlich eine leiwande Gründung von einer, die von Anfang an unter einem schlechten Stern steht?
Bevor wir tiefer einsteigen: Für alle, die mit dem Begriff noch nicht vertraut sind – “leiwand” ist ein österreichischer Ausdruck für alles, was richtig gut, stimmig und rund ist. Leiwand kann ein Mensch sein, Musik, ein Buch – oder eben eine Gründung. Es beschreibt etwas, das sich einfach gut anfühlt, an dem man nichts auszusetzen hat und das wie geschniert läuft.
Eigenzeit respektieren: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht
Der erste Grundpfeiler einer leiwanden Gründung ist die Bereitschaft, dem Projekt seine Eigenzeit zu geben. Jede Gründung hat ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Entwicklungsphasen. Das bedeutet nicht, träge zu sein oder endlos zu zögern – sondern zu verstehen, dass manche Dinge einfach Zeit brauchen, um sich zu entwickeln.
Wer sich in die Selbstständigkeit hineinstürzt, ohne sich Gedanken zu machen, wer sozusagen “ins kalte Wasser springt” und hofft, dass es schon irgendwie funktionieren wird, der landet schnell im Stress. Plötzlich meldet sich das Finanzamt, die SVS will Unterlagen, Kunden haben Erwartungen – und man selbst steht da und denkt: “Ups, das hätte ich auch noch gebraucht.”
Durchdenken statt durchstarten: Die Kraft der Vorbereitung
Eine leiwande Gründung zeichnet sich durch sorgfältige Reflexion aus. Das ist wie beim Gärtnern: Wenn ich einfach irgendeinen Samen in die Erde werfe und hoffe, dass schon was wächst, werde ich wahrscheinlich enttäuscht. Aber wenn ich mir Gedanken mache – braucht die Pflanze mehr oder weniger Wasser, welche Erde, wie viel Licht, wo ist sie geschützt – dann stehen die Chancen auf ein gutes Ergebnis deutlich besser.
Je mehr Gedanken ich mir im Vorfeld zu meiner Geschäftsidee mache, je sorgfältiger ich plane und vorbereite, desto entspannter wird sich das spätere Umsetzen anfühlen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusste Auseinandersetzung mit dem, was ich vorhabe.
Authentizität: Wir gründen, was wir sein wollen
Hier kommen wir zu einem zentralen Punkt: Eine leiwande Gründung hat sehr viel mit den GründerInnen selbst zu tun. Wir gründen, was wir sein wollen. Eine wirklich stimmige Gründung ist eine, wo das Potenzial der Person zum Ausdruck kommt, wo Herzblut drin liegt und wo sehr viel von dem, was einem persönlich wichtig ist, Platz findet.
Das heißt nicht, dass man keine chinesischen Badematten auf Amazon verkaufen kann, wenn man das will. Aber eine leiwande Gründung ist eine, die sich anfühlt, als müsste sie aus einem selbst herauskommen – weil es gar nicht anders geht. Diese Geschäftsideen sind idiosynkratisch: Sie kommen so aus der Person heraus, dass sie gar nicht wer anderer haben könnte. Das lässt sich auch nicht kopieren, weil dieses Engagement und dieser Sinn dahinter einzigartig sind.
Smart sein: Einmal, zweimal, dreimal um die Ecke denken
Eine leiwande Gründung ist selten das Offensichtliche. Sie entsteht durch kreative Kombination bestehender Elemente, durch einen besonderen Blickwinkel oder durch die Anwendung der eigenen Erfahrungen auf neue Bereiche. Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden – aber darum, den eigenen speziellen Zugang zu finden.
0815-Gründungen sind nicht leiwand. 0815 geht besser – und in dem Moment, wo 0815 zu 0816, 0817 oder 0818 wird, beginnt es leiwand zu werden. Für 0815-Beratung braucht es uns nicht, da kann man zur Wirtschaftskammer gehen. Aber der Markt braucht auch keine 0815-Gründungen – die gibt es schon zur Genüge.
Sicherheit schaffen: Mit Rückenwind starten statt gegen den Wind zu segeln
Ein entscheidender Aspekt einer leiwanden Gründung ist die Reduktion von Unsicherheitsfaktoren im Vorfeld. Das bedeutet nicht, dass man alle Risiken eliminieren kann – das geht nicht. Aber man kann dafür sorgen, dass das Boot mit Rückenwind startet.
Konkret heißt das:
- Ein finanzielles Polster ansparen, um nicht sofort unter Umsatzdruck zu stehen
- Mit den wichtigsten Menschen im Leben über die Gründung sprechen und Unterstützung sichern
- Sich ein Netzwerk aufbauen: Wer kann helfen? Bei wem kann ich mir Rat holen?
- Expertise für Bereiche organisieren, die ich selbst nicht abdecken kann
Eine Gründung ist dann nicht leiwand, wenn man vom ersten Tag an Gegenwind aus allen Richtungen hat. Das ist wahnsinnig anstrengend und mühsam – und es ist kein Wunder, dass man irgendwann fragt, ob es Sinn macht, ständig gegen den Wind zu segeln.
Die Harmonie von Lebens- und Geschäftsmodell
Ein Idealzustand ist erreicht, wenn das Lebensmodell zum Geschäftsmodell passt – oder umgekehrt. Wir gründen ja nicht ins Nichts hinein, sondern in unser bestehendes Leben. Wir haben schon Vorgeschichte, soziale Beziehungen, Dinge, die uns als Person ausmachen.
Die Gründung soll sich harmonisch in dieses Leben einfügen. Sie soll uns natürlich neue Herausforderungen bringen und Dinge in Bewegung setzen – aber sie soll nicht das andere, was auch gut ist, gefährden. Diese Balance zwischen dem, was wir aufbauen wollen, und dem, was wir uns unter einem guten Leben vorstellen, ist ein wichtiges Kennzeichen einer leiwanden Gründung.
Kreativität aus Einschränkungen
Manchmal ist die Ist-Situation nicht ideal für die Traumvorstellung vom Business. Vielleicht kann ich nicht durch ganz Österreich reisen und Workshops geben, weil Familie zu Hause ist oder andere Verpflichtungen bestehen. Aber auch das kann eine leiwande Gründung werden – weil die Kreativität gefordert ist.
Die Einschränkungen zwingen einen dazu, schlau nachzudenken: Wie kann ich es mir so richten, dass es für mich leiwand ist, aber auch für meine Kunden? Oft entstehen durch solche kreativen Lösungen die interessantesten Geschäftsmodelle.
Der Stolz-Test: Rückblickende Bewertung
Woran erkenne ich am Ende, dass eine Gründung leiwand war? Der Test wäre: Wenn ich später mit meinen Enkeln zusammensitze und die mich fragen: “Was hast du eigentlich so gemacht?” – kann ich dann voller Stolz sagen: “Ich habe mich selbstständig gemacht”?
Eine leiwande Gründung ist eine, auf die man in der Rückblende mit einem gewissen Stolz zurückschauen kann. Nicht, weil alles perfekt gelaufen ist – das ist es nie. Nicht, weil es zu jedem Moment leiwand war – das ist unrealistisch. Aber insgesamt war es dann doch ziemlich cool.
Die Essenz: Was leiwande Gründungen ausmacht
Zusammengefasst sind die Charakteristika einer leiwanden Gründung:
- Eigenzeit respektieren: Dem Projekt die Zeit geben, die es braucht
- Sorgfältige Vorbereitung: Durchdenken statt einfach loslegen
- Authentizität: Die Gründung kommt aus der Person heraus
- Kreativität: Ein- oder mehrmals um die Ecke denken
- Sicherheit schaffen: Unsicherheitsfaktoren im Vorfeld reduzieren
- Balance: Harmonie zwischen Lebens- und Geschäftsmodell
- Stolz: Langfristig mit Zufriedenheit auf den Weg zurückblicken können
Ein Wort zum Schluss
Eine leiwande Gründung ist kein Zufall – sie entsteht durch bewusste Gestaltung. Es geht nicht darum, auf den perfekten Moment zu warten, sondern darum, die Bedingungen so zu schaffen, dass die Gründung mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit gelingt.
Wenn bei dir gerade etwas unleiwand ist, wenn du das Gefühl hast, dass der Flow fehlt oder dass du ständig gegen den Wind segelst, dann lass uns schauen, wie wir wieder Leichtigkeit und Freude in deinen Gründungsprozess bekommen.
Übrigens: In einem kostenlosen Gründungs-Checkup sprechen wir gerne mit dir über deine Geschäftsidee – egal ob schon realisiert oder noch in der Entwicklung. Wir schauen gemeinsam, was schon leiwand ist und woran wir noch feilen können. Ganz unverbindlich und ohne Verkaufs-Schmähs – dafür mit wertvollen Impulsen, die dir auf deinem Weg zur leiwanden Gründung weiterhelfen.
